Polar RCX5_05

Polars RCX5

Digitaler Trainingspartner, Hingucker, GPS-Tracker – Polars RCX5 schlug schon vor Verkaufsstart hohe Wellen. Vor etwa vier Monaten, gerade als Polar ihren neuen Multisportcomputer RCX5 auf den Markt brachte, hatte ich das Glück eine der begehrten Modelle über Markus aka Wackyneighbour vom twnblog.de zu bekommen.

7. Juni 2011
Endlich: An diesem Tag wartete Zuhause ein kleines Paket mit der Polar RCX5 auf mich.

Voller Freude packte ich es aus und staunte nicht schlecht: Das Design der Uhr ist umstritten, ich finde es allerdings absolut top. Die Wochen vorher hab ich schon immer überlegt mir eine Polar RS 800 zu kaufen, habe es allerdings immer hinausgezögert, da mir diese Uhr überhaupt nicht gefällt.

Packungsinhalt
Enthalten war die Polar RCX5, der Textilbrustgurt mit Sender, der S3+ Fußsensor mit neuer Halterung, der USB Stick zum Übertragen der Daten und eine Anleitung.

   

   

Erste Schritte
Den textilen Brustgurt kannte ich schon von der RS 200 und wenn man den mit den alten starren Modellen von Polar oder denen der Konkurrenz vergleicht ist es wirklich angenehm diesen zu tragen. Auch die neue Fußsensorhalterung ist um einiges besser geworden. Bei der alten S3-Halterung kam es schon mal vor, dass der Sensor nicht fest genug saß. Der Nachtteil ist allerdings, dass er in die Schnürsenkel eingebunden wird und man ihn nicht einfach so, z. B. bei einem Schuhtausch, wechseln kann. Somit benötigt man also für jedes paar Schuhe eine eigene Halterung oder man fädelt jedes mal den Halter neu ein. Die Software (Windows und Mac) kann man direkt auf der Polarseite herunterladen.

Bevor ich Die RCX5 jedoch testen konnte, mussten erstmal die Kinder ins Bett gebracht werden. Als dies erledigt war, bin ich zur nächsten 400-Meter-Bahn gefahren und hab gleich mal den Sensor bei einem 4000-Meter-Lauf kalibriert. Dabei konnte ich mir gleich mal einen ersten Eindruck von den vielen Anzeigefunktionen machen. Auch gut: die Tasten ließen sich viel leichter drücken als bei meiner alten RS 200.
Die Anzeige besteht aus sechs Seiten mit jeweils vier Zeilen, die frei kombinierbar sind. Die erste und vierte Zeile kann durch längeres drücken der UP- bzw. DOWN-Taste gezoomt werden – somit kann man zwei, drei und vierzeilige Ansichten erstellen.

Bisher hatte ich eine Polar RS 200, die eigentlich für mein Training völlig ausreichte. Doch jetzt stand mir eine völlig neue Welt des Lauftrainings offen, da auch die Webseite polarpersonaltrainer.com im Zuge der Markteinführung der Polar RCX5 neu überarbeitet wurde. Das Zusammenspiel der Uhr und der Webseite kann man sich nicht besser vorstellen. Es wird alles problemlos per USB-Stick synchronisiert – Trainingspläne, Gewicht, Fitness-Test-Daten usw. inklusive.

Der neue Trainingsplan
Nach der Kalibrierung erstellte ich erstmal einen neuen Trainingsplan auf polarpersonaltrainer.com, der gleich am nächsten Tag startete. Ich wollte eh in der Früh noch zum Bäcker, also warum nicht gleich mit der ersten Trainingseinheit verbinden? Zuvor hab ich direkt nach dem Aufwachen einen Fitnesstest gemacht, bei dem der maximale Puls und die Pulszonen bestimmt werden.

Bei der Polar RCX5 gibt es den Menüpunkt “Programm” der einem gleich anzeigt was heute auf dem Trainingsplan steht. “Basic Run” 40min in Sportzone 3, hieß mein erste Trainingseinheit. Auf Start gedrückt und, nachdem alle Sensoren gefunden wurden, kann es los gehen.


Anzeige der Sportphasen
Neben einer großen Menge an Anzeigemöglichkeiten gibt es in Verbindung mit dem Trainingsplan eine Phasenanzeige. Hier sieht man auf einem Blick in welcher Phase man sich befindet, das untere und obere Limit der Herzfrequenz in der trainiert werden soll, die aktuelle Herzfrequenz und wie lange die Phase noch dauert.

Diese Phasenansicht ist gerade bei Anfängern wie ich einer bin sehr angenehm, da man sehr gut sieht in welchem Pulsbereich man sich gerade befindet. Später bei Intervallläufen hat man schnell im Blick, wie lange das Intervall noch andauert.

   

 

ZoneOptimizer
Der ZoneOptimizer ist eine neue Funktion, die mit der Polar RCX5 eingeführt wurde. Hier wird anhand eines kurzen Testes (2 Minuten langsames Gehen, normales Gehen, langsames Laufen und normales Laufen) zu Beginn der Trainingseinheit überprüft wie die aktuelle Verfassung ist und auf welchem Level trainiert werden sollte.

Die Funktion hab ich einige mal ausprobiert und die Angaben haben auch ganz gut zu meinem Gefühl gepasst. Der ZoneOptimizer hat mir nach einem Ruhetag angezeigt, dass ich mit erhöhter Intensität laufen sollte und nach einem schnellem Lauf am Vortag, dass ich mit niedriger Intensität laufen sollte.
Jedoch habe ich mich für den Trainingsplan der Polarseite entschieden und die Funktion nicht weiter genutzt.

Sportprofile
Nach ein paar Läufen habe ich mich ein wenig geärgert: die Distanzmessung war nicht besonders gut. Dies lag jedoch daran, dass ich für jeden Schuh und für jeden Trainingseinheit (Intervallalauf, normalen Lauf, langen langsamen Lauf…) das gleiche Sportprofil verwendet hab. Nachdem ich dann für jede Kombination aus Schuh und Trainingseinheit ein eigenes Sportprofil mit dem jeweilig dazugehörigem Kalibrierungsfaktor angelegt habe, passt die Distanz jetzt wunderbar und weicht lediglich dann ein wenig ab, wenn ich einen guten Tag habe und dementsprechend schneller laufe.

Es kann neben Laufen, Radfahren und Schwimmen noch für eine Vielzahl an Sportarten ein Profil erstellt werden und somit ist die Polar RCX5 ein echtes Multisportgerät.

  

Polars G5-GPS-Empfänger
Anfang August bekam ich dann noch den Polar-G5-GPS-Empfänge als Ergänzung zu meinem Paket, der das ganze noch abrundete. Der G5 zeichnet in Kombination mit dem Footpod S3+ nur die Strecke auf. Der S3+ übernimmt die Distanz-, Geschwindigkeitsmessung und die Schrittfrequenz. Der G5 springt zur Messung nur ein, falls die Verbindung zum S3+ verloren geht. Die Streckenmessung des Polar G5 ist supergenau, bisher hab ich dafür immer nur das iPhone verwendet, das allerdings keine so guten Ergebnisse gebracht hat.

Die GPS Daten werden dann ebenfalls mit auf die polarpersonaltrainer.com Seite übertragen und anhand einer Googlemaps Karte angezeigt. Die gpx-Datei kann auch mit Hilfe der Software auf den Rechner geladen werden.

Der G5 ist sehr klein und wird mit einem Armband ausgeliefert, das sich angenehm am Oberarm tragen lässt.

 

  

Der erste Wettkampf mit der RacePace-Funktion
Nach drei Monaten stand dann mit dem Leukämielauf der erste Wettkampf auf dem Plan. Hier kam die RacePace-Funktion zum Einsatz. Hier kann man die gewünschte Zielzeit und die Distanz eingeben. Während des Laufs zeigt das Display anhand einer netten kleiner Grafik einen Läufers, ob man sich gut in der Zeit liegt oder ob man doch ein wenig mehr Gas geben muss. Das Display zeigt die Minuten/Sekunden, die man Vorsprung hat oder hinten liegt, die durchschnittliche Geschwindigkeit die man pro Kilometer laufen muss um noch in der Zielzeit anzukommen, die Restdistanz, die aktuelle Geschwindigkeit und den Puls an. Das hat für den ersten Wettkampf super funktioniert und es hat mich gut motiviert als ich gesehen habe, dass ich schneller bin als erwartet, ohne dass ich lang rumrechnen musste.

 

Fazit
Der einzige Kritikpunkt den ich bisher gefunden habe ist, dass wenn ich die Zeit des letzten Kilometers sehen will, ich die Laps manuell setzen muss. Wenn ich die Uhr so einstelle, dass automatisch nach jedem Kilometer ein Runde gesetzt wird, hat das keine Auswirkung auf die gewünschte Anzeige. Dies funktioniert nur bei manueller Lapsetzung. Eine weitere Funktion die fehlt: Mit vielen Garmin-Geräten kann man sich noch die aktuelle Lapdurchschnittsgeschwindigkeit anzeigen lassen, was leider bei der RCX5 auch nicht geht.

Ansonsten war ich schon immer ein Polarfan und die Uhr bestärkt das ganze noch. Es ist einfach ein super Paket das wunderbar funktioniert und sich sehr einfach bedienen lässt. Durch die Uhr macht mir das Laufen doppelt so viel Spass. Das wirkt sich auf mein Training aus: Mittlerweile schnüre ich mir vier bis fünfmal in der Woche die Laufschuhe.

7 comments

  • din

    Ein schöner, ausführlicher und kompakter Bericht. Danke! Deine Erfahrungen decken sich sehr mit meinen nur versuche ich auch die Multisportfunktion zu bemühen und nutzen den RCX5 für verschiedene Sportarten. Ich bin leider etwas verwöhnt von dem Touchscreen des Garmin Forerunner 610, der aber die Multisportfunktion kläglich vermisst. Der RCX5 lässt sich aber auch gut intuitiv per Tastendruck bedienen.
    Das wirklich einzige, was mich stört ist, dass ich den GPS Empfänger auch mit mir rumtragen kann, da er nicht in dem Trainingscomputer integriert ist.

  • Paul

    hi,
    ich habe eine frage zur rcx5,
    weißt du wie der countdown timer funktioniert und vor allen dingen wann?
    habe ein intervalltraining erstellt und möchte das die uhr 5sek vor beenden des intervalls anfängt zu piepen,tut sie aber nicht. wasmache ich falsch?

    • sebastianf

      Der Countdown fängt mit beginn des Trainings an herunter zu zahlen. Man kann ihn allerdings auch wieder neu starten indem man länger auf der Lichttaste bleibt. Hierzu gibt es dann einen Menüpunkt. Das ganze ist allerdings sehr unpraktisch

      • Paul

        schade, ich dachte es funktioniert wie bei der garmin forerunner 305, das er jeden intervallwechsel akustisch anzählt. oder geht das etwa?

Leave a Reply to Ralf Cancel reply

me, myself and I

Ich bin Vater dreier Jungs, arbeite als iOS Developer bei der Firma Kupferwerk GmbH. Zwischendurch Laufe ich , schaue gerne die Spiele der Legionäre, versuche grün zu Leben und höre dabei Hip-Hop.